Entdecken und Genießen: Costa Rica

Im Februar hatte ich die besondere Gelegenheit, in Costa Rica das wohl einzige Weingut des Landes zu besuchen: Copey Estate Winery. Für jemanden, der sich auf Weine aus ungewöhnlichen Herkünften spezialisiert hat, ist das natürlich ein Pflichttermin.

Weingut Copey in Costa Rica

Weinbau im Hochland von Copey de Dota

Copey liegt im Hochland auf rund 2.300 Metern über dem Meeresspiegel. Kühle Nächte, intensive Sonneneinstrahlung sowie mineralreiche Böden ermöglichen hier qualitativ anspruchsvollen Weinbau, obwohl man sich geografisch mitten in den Tropen befindet.

Die Führung durch den Weinberg machte deutlich, dass zunächst viel Pionierarbeit nötig war. Experten aus Kalifornien unterstützten beim Aufbau des Projekts. Heute werden rund 15 Hektar bewirtschaftet. Produziert werden nur kleine Mengen, alles in Handarbeit. Rebsortenwahl, Laubarbeit und Ertragsregulierung sind konsequent auf Qualität ausgerichtet.

Markus Schick im Weinberg von Copey Wine Estate

Das Unmögliche möglich machen

Copey ist Teil eines internationalen Projekts namens „3 Corners Wine“. Initiator ist Niv Benyehuda, der Weinbau nicht nur im Hochland von Costa Rica betreibt, sondern auch in der Negev-Wüste in Israel sowie auf den vulkanischen Böden von Moon Mountain in Kalifornien.

Diese drei sehr unterschiedlichen „Ecken“ der Welt mit ihren herausfordernden Terroirs gaben dem Projekt seinen Namen. Die Vision dahinter ist ebenso einfach wie ambitioniert: In drei völlig verschiedenen, extremen Lagen Spitzenweine zu erzeugen.

Weinflaschen Copey Wine Estate

Vier Weine aus 3 Corners

Im Anschluss an den äußerst informativen Rundgang folgte die obligatorische Weinprobe. Verkostet wurden dabei Weine aus allen drei Regionen des Projekts.

Weinprobe Copey Wine Estate

Den Auftakt machte ein Rosé aus Copey de Dota, Jahrgang 2025. Ein sehr zugänglicher Wein mit Aromen von Erdbeere, Melone, Pfirsich und zarten floralen Noten. Sein leichter Körper und die milde Säure machten ihn zu einem echten Trinkvergnügen. Allerdings ist er mit rd. 50,00 USD auch nicht ganz günstig.

Weinkühler mit Weinflasche Copey de Dota

Der zweite Wein kam aus Kalifornien: ein Pinot Noir 2022, der zehn Monate in französischer Eiche gereift war. Ein eleganter Vertreter seiner Rebsorte, der hervorragend zum gereichten Käse passte.

Wein Nummer drei, der Syrah Tierra 2023 aus Copey, zeigte eindrucksvoll, dass die Weine aus Costa Rica absolut ernst zu nehmen sind. In der Nase Cassis, Pflaume, Vanille und Pfeffer. Am Gaumen mittlerer Körper und eine gut eingebundene, angenehme Säure.

Der Cassiopeia 2022 der Nana Winery, ein Blend aus Cabernet Sauvignon und Syrah, bildete schließlich den würdigen Abschluss der Verkostung. Das Weingut erzeugt in der israelischen Negev-Wüste bemerkenswerte Qualitäten. Mit diesem eindrucksvollen Wein endete mein Besuch bei einem echten Weinbau-Exoten. Wer sich für Wein aus anderen Anbaugebieten Israels interessiert, findet hier eine Auswahl → israelischer Weine.

Jedenfalls kann ich jedem Weinfreund, der einmal in Costa Rica unterwegs ist, eine Tour in Copey de Dota nur empfehlen. Es ist ein Stück Weinwelt, das man dort kaum erwarten würde.

Weinfass Copey Estate Winery

Bildnachweis: eigene Aufnahmen, Copey Estate Winery

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